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Was passiert, wenn man im Hotel was mitgehen lässt?

Ein Extra-Koffer für die vermeintlichen Souvenirs aus dem Hotel? Keine gute Idee! Selbst das Klopapier ist Eigentum des Hotels – nehmen Sie es mit, machen Sie sich des Diebstahls strafbar

 

Mal ehrlich: Fast jeder von uns hat im Hotel doch schon mal ein Handtuch stibitzt oder kennt zumindest jemanden, der damit kein Problem hat. Aber wussten Sie, dass Sie eigentlich nicht mal die Hygieneartikel aus dem Hotelbad mitnehmen dürften?

 

Handtücher und Bademäntel sind mit Abstand die am meisten geklauten Gegenstände in Hotels. Danach folgen Kleiderbügel, Stifte, Besteck und Kosmetik.

Erschreckend: Manche Gäste sind sogar so dreist, dass sie ganze TV-Geräte, Klaviere, Musikanlagen und Geschirr-Service aus dem Zimmer schleppen.

 

Der Hotelverband Deutschland (IHA) schätzt, dass den Betreibern durch den Diebstahl ein Schaden in Millionenhöhe entsteht. „Gestohlen wurde wohl schon so ziemlich alles, von duftenden Seifen, exklusiven Shampoos, bequemen Hausschuhen, über Kissen und Bettwäsche bis hin zum Toilettensitz und Fernseher, Lampen und Pflanzen, Wandgemälden oder Glühbirnen. sagt IHA-Sprecher Christopher Lück.

 

Darf ich überhaupt etwas mitnehmen?

 

„Genau genommen darf man aus dem Hotelzimmer gar nichts mitnehmen“, sagt Christopher Lück, Sprecher des Hotelverbands Deutschland (IHA). Selbst Kleinigkeiten wie Seifen, Shampoos und Cremes, Badeschuhe, Kugelschreiber und Notizblock gehören laut IHA zur Hotelausstattung und sind zur Benutzung während des Aufenthaltes vorgesehen – nicht als kostenlose Souvenirs. „Fakt ist: Hoteldiebstahl ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine strafbare Handlung“, betont der IHA-Sprecher.

 

Die meisten Hotels unterscheiden zwischen Gebrauchsartikeln und Gegenständen, die

„Gegenstände des Hotelbetriebs wie zum Beispiel Handtücher, Bademäntel, Bettwäsche, Fernseher oder Fernbedienungen sind dagegen selbstverständlich nie zur Mitnahme durch den Gast gedacht. Packt er sie dennoch ein, macht er sich in der Regel des Diebstahls strafbar“, sagt Hotelverbandssprecher Christopher Lück.

 

Ein Diebstahl schwierig nachzuweisen

Bei Handtüchern und Bademänteln drücken viele Hoteliers in der Regel noch ein Auge zu. Gerade in Wellnesshotels, wo zusätzliche Handtücher und Bademäntel im Spa-Bereich ausgegeben werden, ist die Lage ohnehin unübersichtlich. So nehmen manche Gäste die Spa-Handtücher mit aufs Zimmer, andere lassen sie im Wellnessbereich zurück oder nutzen auf Nachfrage noch ein zweites.

 

Im Nachhinein lässt sich also kaum noch feststellen, durch wen und wann genau ein Gegenstand tatsächlich entwendet wurde. Auch lassen etwa viele Gäste beim Check-out die Zimmertür offen stehen, sodass bis zur nächsten Kontrolle jederzeit jemand das Zimmer betreten und etwas herausnehmen könnte. „Die Frage ist: Wer war es wirklich? Wie wollen Sie beweisen, ob der Gast es wirklich war?“, sagt der Sprecher eines großen deutschen Hotelunternehmens, das nicht genannt werden möchte. Früher habe man  den einen oder anderen Gast noch angeschrieben, wenn etwas fehlte. „Aber der Aufwand lohnt sich nicht.“

 

Und es gibt noch einen Grund, warum Langfinger oft verschont bleiben: „Meistens drücken die Hoteliers beide Augen zu, sie möchten ja, dass der Gast wiederkommt“.

 

Verschont bleiben jedoch auch die kleineren Hotels nicht, die ohnehin nur schwer die Wirtschaftlichkeit ihres Betriebs gewährleisten können. Das regelmäßige Ersetzen von Bademänteln kann dann durchaus ein erheblicher Kostenfaktor sein. Folge: Viele Unterkünfte stellen sie ihren Gästen gar nicht mehr zur Verfügung.

 

Keine Polizei?

Wird ein Gast jedoch erwischt, oder man kann ihm die Mitnahme eines Gegenstands zweifelsfrei nachweisen, dann steht es dem Hotel frei, Anzeige zu erstatten. „Egal, was der Gast mitnimmt – im schlimmsten Fall betrachtet es ein Hotel als Diebstahl, wenn man, ohne zu fragen, einfach einpackt, was einem gefällt“, sagt IHA-Sprecher Lück.

 

Quelle: travelbook

 

 

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